Praxisphilosophie

Im Rahmen meines jahrelangen Umgangs mit lahmen Pferden stieß ich immer wieder auf Patienten, die nach einer erfolgreichen schulmedizinischen Behandlung immer noch Auffälligkeiten zeigten, oder auch auf Pferde ohne tierärztliche Vorgeschichte, die Bewegungsunregelmäßigkeiten aufwiesen, welche sich aber einer klassischen tierärztlichen Diagnostik und damit auch einer zielgerichteten Therapie entzogen.

Als schließlich mein eigenes Pferd nach einem Sturz auf dem Paddock betroffen war, fing ich an, nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten zu suchen und rief einen osteopathisch tätigen Pferdephysiotherapeuten dazu. Nach einer Behandlung und der sich anschließenden Rehabilitationszeit, in der gezielt Muskulatur und Bewegungsabläufe unter dem Sattel trainiert wurden, kam mein Pferd wieder ins Laufen und konnte in seiner Ausbildung weiter bis zur Dressur in den hohen Klassen gefördert werden.

Als passionierter Dressurreiter bin ich für taktreine, durch den ganzen Pferdekörper gehende Bewegungsabläufe sensibilisiert. Taktstörungen und festgehaltene Muskelpartien beim Pferd verhindern einen harmonischen Bewegungsablauf und führen zwangsläufig zu Fehlhaltungen und damit langfristig zu Überbelastungen und Schäden an den Gliedmaßen oder der Wirbelsäule.

Verspannungen und Blockaden können hierfür sowohl die Ursache als auch die Folge sein.

Der Osteopath sucht gezielt nach diesen Blockaden, die sich in Bewegungseinschränkungen von Gelenken sowie Asymmetrien und Verspannungen der Muskulatur und des Gewebes äußern, und behebt die Läsionen rein manuell mit verschiedenen Techniken.
Grundlage hierfür sind detaillierte Kenntnisse der Anatomie und Physiologie des Pferdes.

Dry Needling ist eine wertvolle Ergänzung zur osteopathischen Behandlung. Hierbei werden sogenannte Triggerpunkte aufgesucht und mittels einer Akupunktur-ähnlichen Technik behandelt.
Die aus der Nadelung resultierende Entspannung der Muskulatur und des myofaszialen Systems sorgt in Verbindung mit einer dadurch verbesserten Stoffwechsellage für eine deutliche Schmerzminderung und einen schnelleren Regenerationseffekt.
Durch den indirekten Einfluss auf das umliegende Gewebe wie Faszien, Bänder und Sehnen werden auch Schmerzen und Blockaden in weiter entfernt liegenden Regionen positiv beeinflusst.

Detaillierte Informationen zur Osteopathie und dem Dry Needling finden Sie unter dem Punkt „Therapien“.

Jeder Besitzer muss sich darüber im Klaren sein, dass sich auch nach erfolgreicher Behandlung eine mehr oder weniger ausgeprägte Rehabilitationsphase anschließen muss, in der die geschädigten Strukturen gezielt wieder aufgebaut und gekräftigt werden.
Unterbleibt der gezielte Aufbau, wird dies unweigerlich wieder zu einer Überlastung und den damit folgenden Läsionen bzw. Blockaden führen.

Grenzen der osteopathischen Therapie sind tierärztlich unabgeklärte Lahmheiten, frische Traumata nach Stürzen, natürlich Frakturen sowie neurologisch auffällige Pferde. Diese gehören zwingend zur Abklärung in die Hand eines dafür ausgerüsteten Tierarztes!

Der Osteopath ersetzt keine tierärztliche Untersuchung mit entsprechend notwendiger Diagnostik, er begleitet jedoch den Patienten idealerweise während und nach der Therapie und hilft so, die Einsatzfähigkeit des Pferdes möglichst schnell wieder herzustellen.

Für einen guten und langfristigen Behandlungserfolg ist es essentiell, auch andere negative Einflüsse zu beseitigen.

Neben der zwingend notwendigen Fähigkeit des Reiters, sein Pferd auch und vor allem unter dem Sattel zielgerichtet gymnastizieren zu können, sind natürlich auch ein passender Sattel, ein korrekter Hufbeschlag und eine pferdegerechte Haltung mit ausreichender Bewegung Grundvoraussetzung für ein langes Reitpferde-Leben. Um den Behandlungserfolg des Osteopathen langfristig zu sichern, ist daher dessen enge Zusammenarbeit nicht nur mit dem Besitzer, sondern auch mit Sattler, Hufschmied und dem etwaigen behandelnden Tierarzt wünschenswert.