Behandlungsablauf

Am zuvor telefonisch vereinbarten Termin komme ich zu Ihnen in den Stall.

Ihr Pferd sollte sauber (auch Hufe), trocken und kalt sein. Auch sollte es an diesem Tag vorher nicht bewegt worden sein.
Kommt das Pferd frisch von der sonnigen Koppel, sind Temperaturunterschiede am Körper nicht mehr zu fühlen, lokale Entzündungen können nicht wahrgenommen werden. Auch eine Beurteilung der Hufstellung und des Beschlags ist mit verschlammten Hufen nicht möglich. Eine Dry Needling-Behandlung bei einem nassen oder schmutzigen Pferd ist aus Infektionsgründen abzulehnen – das Risiko einer Keimeinschleppung in die Muskulatur wäre viel zu hoch!

Bei einem ausführlichen Anamnesegespräch lerne ich Sie und Ihr Pferd genau kennen. Neben dem Verwendungszweck, der Haltungsform und der Fütterung (auch Zusatzfutter und Medikamente) sind auch kleinste Details enorm wichtig.

  • Wie äußert sich das aktuelle Problem?
  • Ist es Ihnen oder Ihrem Trainer aufgefallen?
  • Wie lange bestehen die Schwierigkeiten schon?
  • Gibt es Auffälligkeiten beim Putzen/Satteln/Hufeauskratzen?
  • Sind Unfälle oder Stürze bekannt?
  • Und schließlich: Welche Behandlungen wurden bisher durchgeführt?
  • Gibt es tierärztliche Befunde (Röntgenbilder/Szintigrafie/Ultraschall/…)?
    Falls ja, bringen Sie diese bitte unbedingt zu unserem ersten Treffen mit!

Diese und viele weitere Fragen werden wir vor Behandlungsbeginn im Beisein des Pferdes besprechen. In dieser Zeit kann ich bereits einen ersten Eindruck vom Verhalten Ihres Pferdes bekommen, und auch Ihr Pferd hat Gelegenheit, sich den fremden Menschen vor einer ersten Berührung schon mal etwas genauer anzusehen – schließlich soll die Behandlung ja in einer entspannten Atmosphäre stattfinden.

Danach betrachte ich mir Ihr Pferd an der Hand.
Zunächst im Stehen, um Gliedmaßen- und Hufstellung sowie Beschlag zu beurteilen. Hierbei achte ich besonders auf Asymmetrien der Muskulatur und auffällige Körperhaltungen.

Anschließend lasse ich mir von Ihnen ihr Pferd im Schritt und im Trab vorführen, gefolgt von einer kurzen Vorstellung an der Longe. Hierbei richte ich mein Augenwerk vor allem auf Lahmheiten, Bewegungsauffälligkeiten, die allgemeine Beweglichkeit der Muskulatur sowie den Gesamteindruck des Pferdes in der Bewegung (Unmut, Klemmen, Losschießen etc. sowie Gesichtsausdruck). Eine Beurteilung unter dem Sattel ist meist erst bei wiederkehrenden Problemen notwendig.

Für die eigentliche Untersuchung und Behandlung benötigen wir einen ruhigen, ausreichend großen Raum, in dem sich Ihr Pferd wohlfühlt und entspannen kann. Der Boden muss trittsicher sein, so dass auch bei möglichen Ausweichbewegungen ein Ausrutschen unmöglich ist. Nur an einem gewohnten, sicheren Ort kann sich das Pferd auch psychisch so weit entspannten, dass es möglich wird, das notwendige Vertrauensverhältnis aufzubauen. Eine Behandlung unter Zwang ist nicht möglich!

Die Untersuchung umfasst das ganze Pferd, alle beweglichen Strukturen werden getestet und falls notwendig korrigiert. Durch die Schmerzweiterleitung von Läsionen macht es keinen Sinn, nur den Teilbereich zu untersuchen, wo akut das Problem sichtbar wird. Oft liegt die Ursache an einem ganz anderen Ort.

Je nach Schmerzhaftigkeit und vorhandenen Muskelverspannungen kann eine Dry Needling-Behandlung vor oder auch nach der osteopathischen Behandlung zum Einsatz kommen. Massive Verspannungen erschweren Pferd und Osteopath die Untersuchung und Korrektur; hier kann durch vorangehende Nadelung Erleichterung verschafft werden. Sind nach dem Lösen der Blockaden noch einzelne Triggerpunkte auffindbar, werden diese durch ein anschließendes Nadeln behandelt.

Direkt im Anschluss an die Behandlung lasse ich mir Ihr Pferd noch einmal an der Hand und an der Longe vorführen. Dies dient zum Einen zur Überprüfung des Behandlungserfolgs, zum Anderen hilft es dem Pferd, die verbesserte Mobilität direkt zu erfühlen und zu speichern.

Am Behandlungstag sollte das Pferd nicht mehr geritten werden; bei größeren Blockaden sind 2 – 3 Tage freie Bewegung oder leichtes Longieren angeraten, da sich das Pferd erst an den veränderten Bewegungsablauf gewöhnen muss und zudem häufig Muskelkater durch das Bewegen der durch die Blockade geschwächten Muskeln auftritt.

Bei der Nachbesprechung informiere ich Sie ausführlich über die behandelten Probleme Ihres Pferdes und erstelle mit Ihnen zusammen den individuellen Trainingsplan für die anschließende notwendige Aufbauarbeit. Oft zeige ich Ihnen auch Übungen, welche, regelmäßig angewendet, helfen, die verkürzten Muskelgruppen zu dehnen und so die Beweglichkeit wieder herzustellen.
Sollte ein Folgetermin notwendig sein, besprechen wir den zeitlichen Abstand und die bis dahin notwendige Nachsorge, so dass die Therapie optimal weitergeführt werden kann.

Sollten nach dem Termin noch Fragen auftauchen, stehe ich Ihnen natürlich jederzeit gerne zur Verfügung.

Für Ihre Zeitplanung am Behandlungstag:
Erstbehandlungen dauern in der Regel 2 bis 2 ½ Stunden
Folgebehandlungen dauern meist 1 bis 1 ½ Stunden
Bitte nehmen Sie sich ausreichend Zeit, da eine Behandlung unter Zeitdruck weder für Ihr Pferd noch für den behandelnden Osteopathen angenehm ist.